Dienstag, 14. Juni 2016

NZ-Vanuatu01

Es ist Montag der 13. Juni 10:30 als ich die Leinen löse vom Steg mit Kurs Vanuatu.
Ich motore bis ins offene Wasser gegen eine etwa 3 Knoten starke einlaufende Tide.
Als der Wind kurzzeitig etwas nachlässt, versuche ich in meinem jugendlichen Leichtsinn den Gennaker zu setzen, keine gute Idee! Wenigstens bemerke ich schnell dass ich die Leinen falsch eingefädelt habe und als der Wind wieder auffrischt bin ich ein wenig gestresst um das Ding wieder an Bord zu bekommen. Kurz darauf fängt der neue Autopilot zu spinnen an, immer sehr lustig wenn man solo unterwegs ist. Mit einer Hand steuern, mit den restlichen Körperteilen geht man auf Fehlersuche. Das passiert später noch 2x aber seit etwa 21:00 läuft er problemlos. Wahrscheinlich musste er sich erst an das Geschaukel an Bord gewöhnen.
Eine sehr schöne Nacht, Wind etwa 17-19 Knoten aus Süd später aus Südost. Ich segle mit der 1.Reff im Gross, vor allem wegen besserem Schlaf.
3 Schiffe während der Nacht. 1 Segler der gleichzeitig gestartet ist, segelt etwa 7 Meilen östlich von mir. Position um 08:00(ortszeit) 34 grad 09,6 Sued und 174 grad 20,7 Ost
Kurs Nord, speed 4,5 bis 6,5 Knoten noch 916 Meilen bis Tanna.

Sonntag, 12. Juni 2016

Auf Geht's


Sonntag abends und alle Vorbereitungen sind zu Ende. Morgen Montag geht es endlich los zu den warmen Inseln im Norden.
Mehr als ein Monat Verspätung das ist ein neuer Rekord für mich. Statt 12.5. wird es jetzt der 13.6. als Starttermin.
Montag früh kommt noch der Customs Beamte, Mr. Bruce Cooper, mit dem ich gestern schon ein kurzes Schwätzchen hatte als ich ihm meine geplante Samstag Abfahrtstermin Änderung mitteilte. Samstag früh beim letzten Wettercheck sehe ich noch eine Front aus Südwesten kommen und beschließe dass die lieber an mir vorbeizieht und ich hinter dieser Front bei 15 – 20 Knoten Wind, anstelle den Großteil des Weges in dem Tiefdrucksystem mit 25-30 Knoten segle. Bis morgen früh soll diese Front durchgezogen sein, und dann geht es los.


Ich werde von unterwegs wieder versuchen über die SSB Anlage einen kurzen täglichen Bericht zu schreiben. Mit Bedingungen, Beobachtungen, Wetter, erlebten Abenteuern, und einer Standortangabe. Die könnt ihr euch dann über www.shiptrak.org anschauen wenn ihr bei callsign kc2unj eingebt.

Geplantes Ziel ist Vanuatu, die Insel Tanna soll als erstes angelaufen werden. Distanz bis zum Ziel sind ein bisschen über 1000 Meilen, wieviel es dann wirklich werden weiß niemand so genau.





Montag, 6. Juni 2016

Der Sprung

Neuseeland war ja voll von Höhen und Tiefen wie selten ein anderes Land in meinem Leben.
Für mich persönlich gab es dabei ein ganz besonders großes Highlight. Ein Wunsch den ich schon jahrelang mit mir herumtrage, aber immer hat die Feigheit gesiegt. Doch diesmal habe ich gegen den Inneren Schweinehund gewonnen und habe mich getraut. Ich bin gesprungen, mit dem Fallschirm, aus 4000 Metern Höhe, hinunter ins Nichts, und geil wars!!!

Natürlich war auch der Platz etwas besonderes, am Franz Josefs Gletscher, auf Neuseelands Südinsel, neben dem höchsten Berg Neuseelands. Benannt wurde der Gletscher nach unserem seligen Kaiser Franz Josef.



Ein Traumtag mit super Aussicht, fast wolkenlos. 

In der alten lauten Klapperkiste des Veranstalters ging es rauf auf 12000 Fuß bevor es ernst wurde und die Tür aufging. Sogleich ein mächtiges Ziehen und Zerren des Windes. Nun ist es zu spät um noch zu kneifen, was soll's denke ich mir. Jetzt bin ich schon so alt geworden, auch schon egal, runter und genießen.

Die ersten paar Sekunden war nicht so viel Genuss. Zu viele Eindrücke die da auf mich Einströmen, Der Sprunglehrer an dem ich hänge wie ein Sack ist offenbar ein ober witziger und schmeißt uns gleich mit einem 3-fach Salto aus dem Flieger. Doch dann geht’s bergab mit 200km/h, ich breite die Arme aus, wir werden ein wenig langsamer und ich habe das Gefühl ich kann steuern. Viel zu schnell ist der freie Flug vorbei und der Fallschirm öffnet sich. 
Ja und ganz ehrlich der Flug am Schirm gefällt mir besser als der freie Fall. Es geht langsamer, ich kann mich besser orientieren, ich steuere auch den Schirm und drehe 2 fast waagrechte Kreisel bis der Sprunglehrer eingreift. 



 
Dann heißt es auch schon zur Landung vorbereiten, Füße in die Höhe und schon schleift mein Hintern auf der Wiese.
Jederzeit wieder, super wars! Einzig mein Bankkonto würde das auf Dauer nicht verkraften.

  

Sonntag, 5. Juni 2016

Motor




Was ist inzwischen geschehen, außer dass der Juni ins Land gezogen ist.

Am 14.5. ruft mich der Mechaniker an er hat den Motor zerlegt damit dann alles schneller geht wenn die neue Dichtung im Lande ist. Leider hat er dabei auch festgestellt dass der Zylinderkopf einen Riss hat. Also mausetot, hin, kaputt. Ein neuer kostet 1727,- NZ$ und dauert nochmal 2-3 Wochen und mit der Arbeit bis alles fertig ist bin ich bei 2500,-- bis 3000,-. Ich bitte ihn 2 Tage zu warten und mache mich auf die Suche im Internet und nach 1 Stunde habe ich einen nigelnagelneuen original Yamaha Zylinderkopf in den USA bestellt um 510,-- US$, lt. Webseite lagernd, wird in 2 Tagen express versendet und ist in weiteren 3-5 Tagen in Neuseeland. 
Große Freude da spare ich mir einen Tausender und es geht sogar noch schneller. Leider kommt dann nach 3 Tagen ein email dass der Zylinderkopf doch nicht lagernd ist, sondern erst am 17. Juni in Amerika eintrifft, Ich storniere wieder alles und suche weiter bis ich schließlich auf Ebay einen gebrauchten für 200,- US$ finde und erstehe. Der ist vor 2 Tagen hier eingetroffen und schon beim Mechaniker. Leider fehlt noch die dazu gehörige Spezial ultradünn Metalldichtung. Die ist derzeit im Flieger von Santiago de Chile nach Auckland und kommt hoffentlich diese Woche an.

Das Schlimme an der ganzen Sache ist, und ich muss jetzt einfach ein wenig Jammern und Mitleid haschen, dass die Temperaturen hier ziemlich im Keller sind. Morgens beim Aufstehen 5-6 Grad, tagsüber um die 16-17 Grad, und abends beim ins Bettchen huschen ist die Anzeige am Thermometer gerade noch 2-stellig. Da das Wasser auch höchstens 15 Grad hat wird es einfach nicht mehr warm. Ich trage immer 3-6 Schichten Gewand, meistens eine Mütze und/oder Handschuhe. Ist halt doch reines Wintercamping auf dem Wasser, leider ohne Möglichkeit zu heizen.
Ich hoffe wirklich dass die Dichtung sehr bald kommt und meinem Martyrium ein Ende bereitet. Wenn der Motor endlich fertig ist muss dann ja auch noch das Wetter passen, denn die Strecke Neuseeland nach Norden ist nicht umsonst eine sehr gefürchtete. Speziell jetzt in der beginnenden Winterzeit, wo die Wettersysteme die südlich des 40sten Breitengrades toben schnell mal einen Abstecher nach Norden machen und dann geht es schlagartig rund.

Sobald ich unterwegs bin werde ich wieder täglich versuchen einen kurzen Lagebericht zu schreiben, sofern mich die Technik nicht im Stich lässt.