Mittwoch, 6. Juli 2016

Tanna


Ich lege einen Ruhetag ein, spaziere nur ein wenig im Ort herum, erfreue mich an interessanten Gebäuden wie dem Baumhaus oder der Tankstelle, kaufe ein bisschen Obst, und bin bald zurück am Boot.

Am Abend höre ich von vorne an den Rümpfen komische quietsch Geräusche und schaue nach. Der Hahnepot ist extrem gespannt, die Kette geht senkrecht nach unten, nichts rührt sich, die beiden Büge sind vorne schon 10cm tiefer ins Wasser gezogen als normal. Die Kette hat sich an einem Korallenblock verhängt genau als sie kurzstag war und die kommende Flut hat das Boot immer tiefer gezogen. Ich habe keine Chance die Kette nach zu lassen, also checke ich die Tide und sehe dass das Wasser ab jetzt wieder auslaufend ist. Also 2 Stunden warten dann kann ich den Hahnepot aushängen und ein paar Meter Kette nachlassen. Irgend etwas wäre früher oder später gebrochen, entweder die Kette, der Hahnepot, der Haken, die Klampen am Schiff, die frontbeam Halterung,... noch mal Glück gehabt.
Am nächsten Tag dann hole ich mir einen jungen einheimischen Burschen zum tauchen damit er die Kette befreit, während ich am Boot die Kette rauf/ runter gebe bzw. mit Motor nach vorne und zurück fahre bis alles wieder entwirrt ist. Ich habe am Markt einen Schweizer mit seiner Kolumbianischen Frau getroffen die ich schon von Neuseeland her kenne. Ihr Boot ist ein Wharram Katamaran, 35 Fuß lang, natürlich selbst gebaut, das Auffälligste ist sicher das Rigg. Sie sind in Port Resolution verankert also auf der anderen Inselseite.


Ich beschließe auch dorthin zu segeln, da hier das Boot so dermaßen verdreckt mit der ganzen Asche vom Vulkan. Um 16:30 weiß ich dass ich es nicht schaffe bis in die kleine Bucht bei Tageslicht zu kommen. An der Südspitze von Tanna habe ich 3 Knoten Strömung gegen mich und fast 20 Knoten Wind gegen an. 


Also beschließe ich, da der Wind gerade ein wenig mehr auf Osten dreht, nach Anaythum zu segeln, die südlichste Insel Vanuatus, etwa 42 Meilen nach Südsüdost. Ja und um 03:30 bin ich dann hier endlich angekommen. Hier ist auch eine Nachtansteuerung problemlos möglich da die Karten stimmen, während in Port Resolution wieder mal alles falsch ist. 
 




Das Grün ist Koralle und das Gelbbraune ist Land. Das heißt lt. Seekarte parke ich wieder mal hoch über den Klippen mit meinem Schiffchen.


Dienstag, 21. Juni 2016

NZ-Vanuatu 08

Dienstag 21.6.2016 heute ist der Tag der Ankunft in Vanuatu.
Gestern Montag nach der letzten Zeitberechnung für die verbleibende Strecke (ich will erst morgens und nicht in der Nacht ankommen) entschließe ich mich das Großsegel ganz weg zu nehmen und lasse nur mehr ca. 3m2 Vorsegel stehen. Trotzdem mache ich noch 6,5 Knoten Fahrt durchs Wasser, bin also viel zu schnell. Vorerst egal, noch ist Zeit. Ja und später als ich dann das Rollsegel ganz wegdrehe ist auch kein großer Unterschied mehr festzustellen, noch immer geht's hurtig mit 6 Knoten über Grund, OHNE gesetzte Segel. Ein ganz neues Segelgefühl, wofür der ganze Aufwand mit den Segeln? Kostet alles nur einen Haufen Geld und geht doch so auch gut. Allerdings nur wenn es mit 30+ Knoten weht - aber der riesige Vorteil, der Wind kommt fast perfekt aus der richtigen Richtung. Trotzdem hat der Autopilot keinen Ruhetag, sondern arbeitet hart um die Wellen auszugleichen die uns vor sich her jagen. Wenigstens brauche ich nicht hart arbeiten und kann viele Schlafminuten sammeln.
Und am Südende von Tanna dann plötzlich - Wind aus. Ich probiere noch eine Weile nur mit Vorsegel, aber mehr als 2 Knoten sind nicht drinnen. Das Großsegel will ich nicht mehr setzen, denn da drinnen habe ich schon die Kartoffel, Kraut, Knoblauch, Birnen,... und noch ein paar andere Köstlichkeiten versteckt, die mir der Biosecurity Beamte sonst weggenommen hätte. Die letzten 8 Meilen werden dann motort, der Ankerplatz ist schaukelig und die Kette spielt mit den Korallenblöcken. Die ganze Customs/Immigration/Biosecurity Prozedur geht ziemlich locker und reibungslos über die Bühne. Ich muss nur noch die Bank finden um Geld zu wechseln damit ich die hohen Herren auch bezahlen kann.
Ja und zurück am Boot dann natürlich ein paar Kleinigkeiten zum Reparieren, diesmal wirklich nur Kleinigkeiten. So wenig hatte ich noch nie nach einer fast 8 tägigen Fahrt.
Morgen suche ich mir dann entweder ein Auto das mich zum Mt. Yasur bringt, oder ich segle auf die andere Inselseite nach Port Resolution wo ein gut geschützter Ankerplatz ist.
NZ - Vanuatu: 1104 Meilen, Dauer 7 Tage 20 Std., Temperatur + 29 Grad im Schatten!!!

Montag, 20. Juni 2016

NZ-Vanuatu 07

Montag 20.6.2016 und das AIS Signal weckt mich. Das letzte Schiff das ich sah war am Tag nach der Abfahrt, jetzt, am Tag vor der Ankunft in Vanuatu kommt mir wieder ein Schiff entgegen.
Seit gestern Mittag weht es mit 28 - 31 Knoten Windgeschwindigkeit. Ich segle mit der 3. Reff im Groß und mit der2. Reff im Vorsegel, durchschnittlich noch immer so um die 6,5 - 7 Knoten schnell. Es waren aber auch schon fast 12 Knoten. Ich hoffe dass der Wind heute weniger wird, es ist schon anstrengend auf Dauer. Jedenfalls sind noch 2 Halsen zu fahren und dann morgen Vormittag sollte ich in Lenakel auf der Insel Tanna einlaufen.
Position 20 Grad 48' Süd, 170 Grad 59' Ost, COG 330 Grad, Speed 6,5 Knoten, noch ca. 150 Meilen.
Gestern hatte ich einen Fisch an der Angel, hat die Leine abgerissen, alles weg incl. Vorfach, Swievel, Blei, Köder und Haken.

Sonntag, 19. Juni 2016

NZ-Vanuatu 06

Sonntag 19.6. und es ist warm, 22 Grad in der Früh, wer hätte gedacht dass ich das noch erleben darf.
Gestern den ganzen Tag wunderschönes Wetter und ich habe erstmalig gewagt die Sonne wieder auf nackte Haut scheinen zu lassen, es war herrlich. Erstaunlich worüber ich mich freuen kann. Seglerisch auch ein sehr guter Tag, der Wind ist leicht nach Osten geschifftet was mir zu einem etwas besseren Kurs verhilft. Leider wieder keinen Fisch gefangen, wäre schön wenigstens einen kleinen Tuna ..
Position: 23 Grad 07' Süd 171 Grad 59' Ost, COG 345 Grad, Speed 6 Knoten,
noch 263 Meilen lt. GPS, es dürften aber eher 295 werden da ich ja nicht gerade aus segle.