Sonntag, 20. April 2014

Die Fruchtfliege



Panik verbreitet sich im Lande – eine EINZELNE männliche Fruchtfliege wurde gesichtet. Das ist jetzt kein Scherz, auch der 1. April ist meines Wissens schon vorbei.

Überall, so etwa alle 500 Meter, werden große Tafeln entlang der Straßen aufgestellt mit der Warnung vor der Fruchtfliege. Man darf kein Obst von Außerhalb nach Innen, oder von Innen nach Außerhalb dieser Zonen bringen. Also wenn man in den Supermarkt geht, einen Apfel kauft dann darf man den mit nach Hause nehmen, aber keinesfalls wieder von zu Hause wegtragen.
Das klingt schon ein wenig lächerlich und sogar hier im Werftgelände kommen täglich die Typen von der Biosecurity vorbei und kontrollieren die 3 einsamen Büsche am Ufer des Whangarei Rivers ob sich dort nicht eventuell eine weibliche Fruchtfliege aufhält mit der sich der gesichtete Fliegenmann paaren könnte.

Den Grund dahinter habe ich heute auch erfahren. In ganz Neuseeland wird das Obst nicht mit Pestiziden gespritzt. Wenn sich aber die Fruchtfliege wieder einmal (wie schon vor einigen Jahren) hier ausbreitet, dann muss die komplette Landwirtschaft wieder Giftgespritzt werden. Ja und das will natürlich niemand.
Daher geht der ungleiche Kampf gegen die böse Fliege mit unveränderter Härte weiter, bis der Mensch Sieger ist!!!

Freitag, 18. April 2014

Werftzeit




David von der Marina kommt am Morgen des haulout Termines ans Boot und nimmt ein paar Abmessungen weil sie nicht sicher sind ob ihr Spezialtransporter unter mein Schiff passt. Doch alles ist ok, ein paar Zentimeter links und rechts reichen um das Boot sicher zu seinem Platz an Land zu bringen.


Souverän erledigen David und Ken ihren Job und bringen CHI sicher an Land.

Weniger souverän bin ich dann gleich am ersten Tag. Die Wassertanks werden wieder mal prall voll gefüllt, denn während der Landzeit soll auch alles im Boot geputzt werden, und hier gibt es ja genug Süßwasser. Ja und an 20 Sachen gleichzeitig denken ist manchmal nicht so wirklich clever. So vergesse ich doch tatsächlich dass der Schlauch im Tank steckt, der Deckel im Schiff zur Kontrolle offen ist und das Wasser läuft, und läuft, und läuft,......
Erst als ich nach unten gehe um ein Werkzeug zu holen, dabei aber ins Wasser steige, werde ich auf die Katastrophe aufmerksam. So eine verdammte Schei..., alles Werkzeug ist nass, alle Ersatzteile und Ersatzmaterialien sind überflutet, …... Es dauert ein paar Minuten bis ich mich ob meiner eigenen Dummheit wieder abreagiere und sogar schmunzeln kann. Allerdings stehen etliche Stunden zusätzlicher Arbeit auf dem Programm. Vielleicht bin ich der Erste der sein Boot am Land versenkt? Zuerst natürlich mal alles überflüssige Wasser aus dem Schiff pumpen, dann alles Material und Werkzeug ins Cockpit räumen, alles trocknen, die Werkzeuge einölen, schmieren, zwischendurch ordentlich fluchen und am Abend wohlig schlafen weil ich ja so brav war und so viel gearbeitet habe.

Vorgestern dann überall hektische Vorbereitungen ob des erwarteten Ausläufers des ehemaligen Kategorie 5 Hurrikans der von Australien über die Tasman Sea nach Neuseeland unterwegs ist, und in der Nacht hier eintreffen soll. Ich fühle mich hier sicher an Land, das Boot steht gut und sollte weder umfallen noch davon fliegen. Also steht mir eine entspannte Nacht bevor, anders als den 7 Booten die im Fluss vor der Werft ankern. Die wird es ganz schön beuteln denke ich noch als ich ins Bett gehe. Doch nichts wird es mit meinem Schönheitsschlaf. Es wackelt doch ganz ordentlich und die Geräusche von den anderen Booten rundherum sind auch nicht gerade Schlaf fördernd. Bei Franz dessen Katamaran genau gegenüber von mir steht, bricht in der Nacht eine Leine seines Lazy Jack Systems, der ganze Sack fällt runter und das Segel rollt heraus und schlägt wie verrückt. Bei 45 Knoten das alles wieder einzufangen und zu verstauen hat ihm ein paar zusätzliche graue Haare beschert.

Bei mir laufen die Arbeiten nach Plan und sofern sich das Wetter an die Vorhersage hält sollte ich bis zum 23.4., meinem Termin für die Wasserung, mit den wichtigen Sachen die nur an Land zu erledigen sind, fertig sein.
Von einem der zahlreichen Handwerksbetriebe die sich hier rund um Whangarei angesiedelt haben, wurden heute die neuen Grundgerüste für die Ruder geliefert. Bestehend aus dem Ruderschaft aus 50mm Voll Aluminium sowie einigen 10mm Blechen die die Kräfte auf die Ruderblätter verteilen. Die Ruder selbst werde ich erst in Tonga oder Fiji fertig stellen, irgendwo auf einer hübschen Insel wo ich Platz und Zeit habe, werde ich dann die Schaumkörper formen und die Laminierarbeiten vornehmen. 
 
Die alten Ruder sind zwar noch einsatzfähig, aber so richtiges Vertrauen habe ich nicht mehr. Die Schäfte sind schon sehr stark oxidiert und lösen sich laufend ab, das Laminat hat auch einige Stellen die schon Wasser eindringen lassen. Also ein baldiges Ende für die 2 Ruder ist nah und ich bin froh dass ich hier alles Nötige bekommen kann. 

 

Auf nach Whangarei


Nach mehreren Emails hin und her bekomme ich endlich meinen Termin zum rauskranen für das Boot. Es wird wieder Zeit das Antifouling zu erneuern und bei den Rudern bin ich mir auch nicht sicher ob da noch alles in Ordnung ist.


2 Tage vor dem Termin treffen wir nach einer doch relativ langwierigen Segelei vor dem Norsand Shipyard in Whangarei ein und werfen den Anker. Auf der Fahrt von Opua hierher, wie üblich – Gegenwind. Die ganze Strecke entlang der Ostküste der Neuseeländischen Nordinsel immer nur auf der Kreuz. Das Gute daran ich konnte die neuen Segel ausgiebig testen. Ein 16 Meter Einrumpfboot war gemeinsam mit mir unterwegs und ich konnte immer seine Geschwindigkeit bei gleicher Höhe mithalten. Das war schon sehr beachtlich und wäre mit den alten Segeln nicht möglich gewesen. Ganz ehrlich glaube ich dass das Boot oder der Besitzer nicht gerade in Hochform waren, sonst ist ein Geschwindigkeitsvergleich mit so einem großen Boot völlig illusorisch für mich.

Unterwegs haben wir einige bemerkenswerte Ankerplätze gefunden mit wunderbaren Wandermöglichkeiten, einer alten verfallenen Wal zerstückelungs Station, und fantastischen Ausblicken. 


 

Ein wenig kritisch wurde es in Tutukaka. Der Ankerplatz sieht auf der Karte sehr gut geschützt aus, leider kam der Schwell aus einer anderen Richtung wie der Wind und stand ganz wunderbar in die Bucht hinein, für mich gerade noch erträglich. Am Abend checke ich wie üblich das Wetter und sehe für den nächsten Tag die Vorhersage mit 3 Meter Schwell, das behagt mir nicht mehr und beim ersten Tageslicht geht es raus aus der Mausefalle, kurz bevor der Schwell hier eintrifft.

Ja und auf dem letzten Teilstück fange ich dann auch noch 2 nette Fische die für die nächsten Tage den Speisezettel ergänzen.


Mittwoch, 9. April 2014

Tasmanien

Es wird vielleicht doch den einen oder anderen Nachahmungstäter geben unter euch, der auch einen Trip in den wilden Süden südlich von Australien plant.
Ein paar Tipps mit Sachen die ihr auch anschauen solltet, vor allem aber viele Bilder.

Das Moma in Hobart: Ein privates Museum allererster Güte. Der Besitzer ist/war ein Spieler der ein paar Millionen gemacht hat und auf einem traumhaften Grundstück das Beste Museum gebaut hat das ich je gesehen habe. Man kann es kaum beschreiben, selber ansehen!







Den Botanischen Garten in Hobart: Sehr gut gestaltet, im Frühling eine einzige Pracht.







Den Mount Wellington der über Hobart thront und die höchste Erhebung Tasmaniens ist.





Bruni Island:





Für den Postzusteller geben sich die Hausbesitzer ganz besondere Mühe.
 














Da ja auf der vergleichsweise riesigen Fläche Tasmaniens (etwa so groß wie Bayern) nur etwa 500 000 Menschen leben, ist das Leben noch ein wenig ursprünglicher, nicht so arg Konsum orientiert, ländlicher. Fast alles wird wieder verwertet und wenn man es selber nicht brauchen kann, natürlich weiter verkauft.


Tasmanien, wunderschön und ich würde es jederzeit wieder machen, auch wenn es manchmal ein wenig anstrengend war.