Donnerstag, 23. Januar 2014

Cygnet Folk Festival

Es ist Mittwoch und wir haben unseren ersten ARBEITSTAG!!!!! 
 
Am Freitag abends startet das weltbekannte Cygnet Folk Festival. Wobei hier unter Folk (also Volks-) -musik nicht nur Tschinderassabum verstanden wird, sondern es geht um ursprüngliche Musik aus der ganzen Welt. 3 Tage lang geht es ab 10:00 Uhr morgens bis Mitternacht auf 9 Bühnen die über den ganzen Ort verteilt sind ohne Unterbrechung dahin.

Unsere Aufgabe ist es die Bühnen aufzubauen, bei der Dekoration, Bestuhlung, Beleuchtung, usw. zu helfen und wo immer sonst notwendig Hand an zu legen. Der Lohn dafür ein Ticket für die 3 Tage für alle Konzerte.
Als ich mir das Programm durchgelesen habe, fand ich nur einen einzigen Namen den ich zuvor schon kannte, alle anderen waren für mich nichts als schwarze Buchstaben in einem Programmheft. 



Doch ich wurde sehr positiv überrascht. Einfach unglaublich welche fantastischen Musiker sich hier zusammen gefunden haben. Und es gibt sie in allen Genres wie Gypsy, Jazz, Blues, African, Rock, Irish, Jüdisch und was sonst noch alles vertreten war. 
 
Höhepunkte waren sicherlich Bands wie Afenginn (wenn ihr die mal life in eurer Nähe habt unbedingt hin gehen – ein Wahnsinn), Formidable Vegetable Sound System, Jaaleekay, London Klezmer Quartet, Mzaza, Nick Charles,The Lamplights, und noch viele andere. Das einzige worauf ich bewusst verzichtet habe war die 'Edelweiss Bavarian Folk Dance Group' und deren workshop im Schuplatteln.

Ein ganz wichtiger Unterschied zu ähnlichen Veranstaltungen in Europa, es gibt keinen Alkoholausschank. Und es funktioniert trotzdem, die Leute können auch ohne Alkohol gut drauf sein und die ganzen damit verbundenen negativen Erscheinungen treten erst gar nicht auf. Eine unglaubliche fröhliche Stimmung im ganzen Ort, zu der sicher auch das perfekte Wetter einen nicht unwichtigen Beitrag geleistet hat.




Um nicht immer die 8 Kilometer bis zum Haus fahren zu müssen wohnen wir während der Veranstaltung praktischer Weise auf dem Segelboot von Joy's Sohn im Hafenbecken von Cygnet. Ein 10 minütiger Spaziergang und schon ist man im Ort, praktischer geht es kaum. Und wie halt so üblich auf Segelbooten was macht man, richtig - reparieren. Nicht viel, eine Kleinigkeit hier, ein wenig da geschraubt, das nachgedichtet, hier festgestellt usw.


Mittwoch, 22. Januar 2014

Auf nach Tasmanien


Dass die Reise vom Boot nach Hobart in Tasmanien ein Weilchen dauern wird war mir schon klar, allerdings mit 29 Stunden für diese doch vergleichsweise kurze Distanz hatte ich dann doch nicht gerechnet. Da fliegen viele schon um mehr als die halbe Welt.
0600 morgens aufstehen das war noch normal, Frühstück, Gas, Strom und Wasser abdrehen, alle Luken kontrollieren, alle Seeventile schließen, den Rucksack fertig packen nichts vergessen und vor die Tür damit, abschließen, und pünktlich um 0830 wie vereinbart kurvt Sebastien von der Nomad, ein französischer Segler den ich erstmals in den Marquesas, später auch auf den Tuamotus und dann wieder in Fiji getroffen habe und der jetzt zufällig wieder neben mir ankert, heran. Er bringt mich von meinem Ankerplatz an Land, damit ich mein Dingi am Boot vertäuen kann und es nicht unbeaufsichtigt an einem Steg hängt.
Dann 20 Minuten Fußmarsch zur Bushaltestelle droben am Hügel über Opua, und nach 4,5 Stunden Busfahrt bin ich auch schon in Auckland, der größten Stadt Neuseelands. Jetzt heißt es nur noch den Bus zum Flughafen finden und dann steht dem Urlaub nichts mehr im Wege. Alles klappt wunderbar und irgendwann nach einem mehrstündigen Zwischenstopp in Melbourne sitze ich im Flieger nach Hobart. Noch 20 Minuten bis zur Landung und eigentlich sollte jetzt der Sinkflug beginnen, doch plötzlich scheint mir die Sonne ins Gesicht. Wieso jetzt das? Die muss um diese Uhrzeit auf der anderen Seite sein wenn ich nach Süden fliege. Da klingt auch schon die Stimme des Kapitäns aus den Lautsprechern und er erklärt dass wir wegen eines technischen Defektes der nicht in Hobart repariert werden kann umgedreht haben und zurück nach Melbourne fliegen. Wie lustig. Wie schon eingangs erwähnt nach 29 Stunden lande ich dann doch sicher in Hobart und 'life is good again'.

30. Dezember und die ersten Boote des Sydney – Hobart Races, des bedeutendsten Segelereignisses hier in Downunder, sind bereits im Hafen eingetroffen, während der Großteil der Flotte bei aufkommendem Sturm noch tagelang draußen kämpft, um die 628 Seemeilen (etwa 1170 km) hinter sich zu bringen. 1998 sind bei diesem tragischen Rennen 6 Segler ums Leben gekommen und 5 Boote gesunken, in einem Sturm der bereits die Ausmaße eines Hurrikans erreichte. Nur 44 von 115 Booten erreichten das Ziel. Die große Schwierigkeit hier ist das sehr schnelle Kommen dieser Stürme die durch starke Strömungen aus unterschiedlichen Richtungen extreme Wellen bilden.

Ich habe mit ein paar Crewmitgliedern der langsameren Yachten nach ihrer Ankunft gesprochen, und einheitlich war die Aussage dass es auch heuer wieder einmal hart an der Grenze des Machbaren war. Richtig schlimm war es für die Boote die gleichzeitig von Melbourne nach Hobart in einem eigenen Rennen gestartet waren. Sie segelten die ganze Zeit im Sturm bei Wellen bis zu 10 Metern Höhe an der Westküste von Tasmanien. Wenn da was bricht … dann Gute Nacht.


Gleichzeitig wird die „Taste“ veranstaltet, eine art Fressmesse für jedermann. Viele verschiedene Gastronomiebetriebe versuchen ihre Spezialitäten einem großen Publikum zu präsentieren, ebenso wie die unzähligen Weinproduzenten oder viele kleine Brauereien. Eine wahre Gaumenfreude waren Mayas Lachs/Chilli/Bratwürste. Sie ist als Kind deutscher Einwanderer in Tasmanien geboren, hat bereits ihr eigenes kleines Vegetarier-Bratwurstimperium errichtet und war sogar 1 Jahr lang in Schladming in der Schule.

Eines kann man in Tasmanien getrost vergessen – dass es irgendetwas billig gibt. Die Preise liegen locker 20 – 50 Prozent über denen in Österreich, bei Lebensmittel eher noch mehr.
Bier (im Supermarkt) ~2,50 für 0,3 Liter
Wein (der Billige) ~ 7,-- (der Trinkbare) ~ ab 12,-- aufwärts
günstiger als in Österreich ist dafür Schaf-/Lammfleisch
Völlig unverständlich sind mir die extremen Preise für Gemüse und Obst, obwohl alles hier wächst.


Sonntag, 29. Dezember 2013

Kawakawa


Ich bin relativ viel mit meinem kleinen Fahrrad unterwegs. Nicht immer ganz einfach bei meiner doch sehr mageren Kondition, aber es bessert sich. Die Gegend hier ist unglaublich hügelig und da es hier im Winter keinen Schnee gibt sind die Kiwis auch nicht zimperlich mit dem Straßenprofil. Da sind die Steigungen dann schon des öfteren ein wenig knackiger als ich es gewöhnt bin. Auf einer meiner Ausfahrten komme ich auch bei Kawakawa vorbei. Dieses kleine verschlafene Dorf ist vor allem dadurch berühmt geworden (und lebt auch heute ganz gut davon), dass der Österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser sich hier für seine letzten Lebensjahre niedergelassen hat. 

Nun das alleine wäre noch keine wirkliche Großtat und nicht der Erwähnung in einem der Touristenführer wert. Aber dann hat er eine öffentliche WC Anlage gebaut, in dem für ihn unverwechselbaren Stil. Und seit damals rennen die Touristen in Scharen hierher und knipsen bis der Akku leer ist.
Nachahmungstäter haben dann natürlich auch auf einigen anderen Häusern Hundertwasser ähnliche Fliesenverzierungen angebracht und so ist ein Ministadtkern entstanden mit einer Toilette als Zentrum.



Die andere große Attraktion ist die Eisenbahn die mitten auf der Hauptstraße verläuft, links und rechts davon fahren die Autos vorbei. Ohne eine Abgrenzung, so ähnlich wie bei uns die Straßenbahn, nur hier ist es ein richtiger Zug.



Ich will noch nach Whangarei segeln, einfach dort kurz vorbei schauen was so los ist, die Segler erzählen sich viele schöne Sachen. Abends ankere ich in der Bay of Islands und wie üblich kontrolliere ich rund ums Boot ob alles ok ist, als mir der Schreck durch die Glieder fährt. Bei der Befestigung der Rollreffanlage sind beide Niro Bleche fast durchgerissen. Nur mehr in einem Bereich von ca. 5mm wird die Rollreff gehalten. Wie konnte ich das nur so lange übersehen? Das ist sicher langsam passiert und nicht von heute auf morgen. So will ich nicht weiter segeln und kehre am nächsten Tag nach Opua zurück. Ich fertige mir 2 neue Befestigungen aus 4mm Edelstahl und lasse zusätzlich eine Spannvorrichtung für das Vorstag einbauen. Bis jetzt war die Länge nicht justierbar und die Spannung des Vorstages nur über die Wanten und über den vorderen Beam einstellbar, nicht ganz ideal.


Es vergehen 6 Tage bis alles wieder ist wie es sein soll. Weihnachten rückt näher und damit auch der Beginn meines Urlaubes !!!! Am 26.12. fliege ich nach Tasmanien, 10 Wochen weg vom Boot, Wildnis erkunden, neue Leute kennen lernen, und natürlich zu Joy.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein ganz wunderbares Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr, xsund bleiben, und genießt das Leben!!

Alles Gute
Chico

Sonntag, 8. Dezember 2013

Kerikeri



In Opua wo der Größte Einklarierungshafen für Sportboote in Neuseeland ist und jedes Jahr hunderte Yachten ankommen gibt es außer einem winzigen Geschäfterl mit saftigen Preisen nicht viel. Die nächste größere Stadt mit allen Annehmlichkeiten der Zivilisation ist 25 km auf dem Landweg entfernt. Mit dem Boot ist es etwa gleich weit, allerdings kann man nur im Kerikeri Inlet ankern, danach wird es flach bei Ebbe. 
Nur mit dem Dingi kann man den Fluss hochfahren, so jedenfalls erzählt es mir Dave. Er sollte es wissen, ist ja schon ein paar Jahre hier. Ich düse also die letzten 4 Meilen mit dem Dingi den Fluss entlang um endlich mal wieder einen Großeinkauf zu machen. Unterwegs sehe ich links und rechts jede Menge Yachten die zwischen den Pfählen entlang des Ufers vertäut sind, und mit Sicherheit mehr Tiefgang haben als ich. Es steht also für mich fest dass ich am nächsten Morgen bei Hochwasser mit der CHI den Fluss rauf fahre und hänge mich auch zwischen ein paar Pfähle. Eine wunderschöne Flussfahrt, malerische Häuser und sattes grün von der üppigen Pflanzenwelt leuchten mir entgegen. Nicht schlecht, hier kann man es schon eine Weile aushalten.






Vom Anlegesteg für die Dingis bis ins Städtchen sind es dann doch noch 15 Minuten Fußmarsch bis zum ersten Supermarkt, aber dann gibt es endlich wieder mal ein anständiges Cafe mit einer guten Torte, ein Ortskern der diese Bezeichnung auch verdient, viele kleine Läden und vor allem kann ich jede Menge der inzwischen schon recht langen Liste mit den nötigen Einkäufen und Ersatzteilen erledigen.
Die Größte Touristenattraktion ist das älteste erhaltene Steinhaus Neuseelands in dem sich heute ein kleines Museum und natürlich ein Andenken Geschäft befindet.


David ist einer der interessanten Typen die ich hier getroffen habe. Er hat sich aus wild wachsendem Bambus vom Straßenrand ein Floss gebaut, im $-Shop um 10,- NZ$ zwei Luftmatratzen besorgt und drauf gebunden, aus einem langen Stock und einem ausrangierten Küchen Schneidbrett ein Paddel gebaut, sein Fahrrad und seinen Rucksack mit den Habseligkeiten noch auf die ganze Konstruktion gebunden und so gondelt er die Küste entlang. Wenn er müde ist schlägt er sein Zelt irgendwo am Ufer auf und er ist ganz begeistert von der Freundlichkeit der eigenen Landsleute. Meistens wird er irgendwo eingeladen wie er mir erzählt. Er fragt mich nach der Möglichkeit ein Segel auf seinem schwimmenden Untersatz zu montieren. Ich diskutiere mit ihm 2 Varianten, rate ihm aber aus Sicherheitsgründen bei der Fragilität seiner Konstruktion schließlich davon ab. Am nächsten Morgen ist er leider schon verschwunden als ich aufwache.





Eine ganze entspannte Woche bleibe ich in dem Fluss, kein einziger andere Segler kommt hier vorbei, etwa jeden zweiten Tag einer der Einheimischen, jeder will wissen woher ich komme wohin es geht. Die Österreichische Flagge kennt kein einziger.