Freitag, 7. April 2017

NAN MADOL




Eines der „Wunder“ von Pohnpei heißt Nan Madol was soviel bedeutet wie 'places in between' das man natürlich wieder vielfältigst übersetzen kann. Auf Grund der Lage würde ich am ehesten dazu neigen es mit 'zwischen Meer und Land' zu betiteln.

Die Anlage wurde auf einem Riffgebiet errichtet, genannt 'Sounahleng' oder 'Reef of Heaven'. Nan Madol besteht aus 92 künstlichen Inseln und jede davon ist für eine spezielle Aufgabe gebaut worden, ausgerichtet auf die Rolle Nan Madols als politisches und religiöses Zentrum.

Die ursprüngliche Planung und Errichtung der Anlage lag in den Händen zweier Brüder Ohlosohpa und Ohlosipha und es wird angenommen dass am Anfang des 12. Jahrhunderts mit dem Bau begonnen wurde und die Herrschaft etwa 500 Jahre gedauert hat. Es gibt aber auch Untersuchungen die davon sprechen dass bereits im 6. Jahrhundert mit dem Bau begonnen wurde. Nichts genaues weiß man nicht, es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen.


 















Es ist auf alle Fälle ähnlich spektakulär wie der Bau der Pyramiden, da diese rechteckigen Steinsäulen viele Tonnen wiegen und über weite Strecken mit Booten hierher gebracht werden mussten. Die Felsen dürften vom Sokeh stammen, der am anderen Ende der Insel liegt. Es bleiben wie üblich die Fragen wie war das möglich, woher hatten sie Werkzeuge und das Wissen darüber. Die nächsten großen Landmassen sind China und Japan und das ist schon eine ganz schöne Entfernung, mit nichts als Wasser dazwischen.


Und was ein echter Gebirgler ist der muss da natürlich rauf klettern.

Auf der Heimfahrt sind uns dann noch etwa 200 Möglichkeiten der landesüblichen, effizienten Fahrzeugentsorgung untergekommen.





Wie üblich wenn ihr auf die Bilder klickt könnt ihr sie in GROSS ansehen
Wo ich gerade bin wie immer auf shiptrak.org und bei callsign kc2unj eingeben



Donnerstag, 6. April 2017

Der Pass



A nettes Gschichterl, kein Märchen und es fängt trotzdem mit - Es war einmal an,
und er war kein unbedeutender Mann, überall auf der Insel als Respektsperson anerkannt , schließlich war er der Chef der Immigration in Pohnpei, in Kolonia der Hauptstadt der Föderierten Staaten von Mikronesien. Leider mit zunehmendem Alter und abnehmenden Verantwortungsbewusstsein hat er auch dem Alkohol immer mehr zugesprochen (klingt fast wie der Häuptling von Wien). 

Neben Schlägereien am Flughafen weil ihn die Sicherheitsbeamten nicht durch gelassen haben weil er seinen Identifikations-Badge vergessen hatte, und ähnliche mehrere Vorfälle die irgendwann schließlich auch dem Präsidenten zu Ohren kamen, ist dann das sprichwörtliche Fass eines Tages über gelaufen und der Präsident hat den Chef der Immigration aus dem Amt geschmissen. 

Nun ja kommt halt ein neuer Chef und alles geht seinen gewohnten Gang, möchte man meinen. In Ländern wie Mikronesien schaut das dann anders aus, denn plötzlich konnten keine Pässe mehr ausgestellt werden. Offizielle Begründung – Maschine kaputt, wir müssen warten bis aus Amerika ein Techniker kommt und die Pass Maschine repariert oder austauscht. Das ging mehrere!!!! Monate so, bis da so ein Deutscher (Zahn)Arzt (viele Segler kennen vielleicht Michael und Birgit von dem 50ft Cat Mariposa) für eine Patientin wegen eines Notfalls mit Lebensgefahr einen dringenden Flug nach Hawaii brauchte. Die besaß natürlich keinen Pass, man wollte einen ausstellen, das ging aber wegen besagter defekter Maschine nicht und schließlich konnte der Australische Botschafter ein wenig tricksen und ein Dokument organisieren das ihr die Einreise nach USA [Hawaii] ermöglichte.

Auf alle Fälle wurde durch diesen Vorfall öffentlich dass die Passmaschine nicht funktioniert und Ermittlungen begannen. Ja und dann kam die große Überraschung, die Passmaschine war nie defekt, hat immer einwandfrei funktioniert. Allerdings gibt es auf der ganzen Insel nur einen (in Zahlen 1) Menschen der das Passwort wusste, und das war eben jener gefeuerte Oberboss der Immigration. Und der weigerte sich beharrlich das Passwort heraus zu geben. Er forderte die Wiedereinsetzung in seinen Beruf für die Herausgabe des Passwortes.

In Ländern wie hier wird über solche ungeheuerliche Forderungen nicht lange verhandelt wie bei uns, sondern zu etwas drastischeren Mitteln gegriffen. Das Passwort wurde ganz einfach aus ihm heraus geprügelt (quasi von Amts wegen). Und jetzt können die guten Menschen in Mikronesien wieder Pässe bekommen.

Ich will damit nicht unbedingt sagen dass die Art und Weise wie sie das Problem lösten ganz richtig ist, aber es hat schon was. Mal ganz abgesehen davon natürlich dass es ein Wahnsinn ist dass nur eine einzige Person das Passwort weiß. Angeblich soll das jetzt geändert sein(werden).

Ich habe diese Geschichte aus der hiesigen Zeitung, von Michael und vom Australischen Konsul direkt bestaetigt bekommen und habe mir gedacht dass das bestimmt nicht in den Europäischen Medien zu lesen sein wird, deshalb merkt euch, der Chico weiß es!

Samstag, 1. April 2017

WASSERFAELLE



Zu den schönsten Sachen die man hier machen kann gehört sicherlich die 6 Waterfall Tour. Und ich habe das große Glück dass ich mit einer kleinen Gruppe Einheimischer mitgehen kann. Schon die Fahrt dorthin ist einsame Spitze. Fast 1 Stunde lang geht es in gemäßigtem Tempo die Küstenstraße entlang fast bis ans südliche Ende von Pohnpei. Mariah ist die Chaffeuse, sie kommt aus Nukuoro, einem kleinen Atoll etwa 270sm südwestlich und ist nur zu Besuch bei Verwandten in Kolonia. Ich frage sie wie es hier so ist mit dem Führerschein worauf sie nur zu lachen anfängt. Man geht einfach zur zuständigen Behörde, füllt ein Antragsformular aus und darf


dann mit einer Begleitperson 1 Monat lang üben. Nach dem Monat geht man wieder hin und unterzieht sich der Prüfung. Ein Test bestehend aus ca. 15 Fragen, 10 davon muss man richtig beantworten und dann kriegt man den begehrten Schein. Kosten des Antrages 50,- Cent und Kosten der Prüfung und des Scheines 30,- US$. Sie hat den Führerschein aber noch nicht gemacht. Sie ist ja erst seit 7 Monaten hier und in 3-4 Monaten geht’s wieder zurück zu ihrem Atoll, und da gibt es keine Strassen und keine Autos, also wäre es nur sinnlos raus geschmissenes Geld jetzt den Führerschein zu machen. Sie fährt übrigens sehr gut. Und das Auto hat ihr Bruder selbst aus Japan importiert weil es so um 1/3 billiger war als über den örtlichen Händler.

Auf dem Weg bis zum Parkplatz bleiben wir 2x bei kleinen Häusern stehen um die Erlaubnis für das Durchwandern ihrer Grundstücke einzuholen. Ich bin natürlich wieder einmal nur mit meinen allseits bewährten Crocks unterwegs, keine gute Entscheidung. Die Strecke geht durch sehr nasses Gelände, oft steil bergauf oder bergab. Durchwegs sind die fast nicht erkennbaren Wege schlammig und rutschig. Alleine kann man den richtigen Pfad unmöglich finden. Sogar die Locals bleiben öfter stehen und beraten welche Abzweigung die Richtige ist. Der Dschungel ist so dicht verwachsen wie ich es noch nie gesehen habe. Viele Durchquerungen von Flussläufen, da wären die Wanderschuhe wohl die Bessere Wahl gewesen. Das geht ganz schön auf die Kondition, sind die Jungs und Mädels doch gut und gerne 35 Jahre jünger und fitter als ich.

Eine kleine Höhle gibt guten Schutz vor einem kurzen heftigen Regenschauer doch beim Betreten fliegen erst mal 100erte Fledermäuse wie wild durch den Unterstand und Quietschen um die Wette. Und vom anderen Ende der Höhle gibt es dann einen traumhaften Ausblick auf den ersten Wasserfall.




Natürlich hinein gesprungen und dann geht’s weiter, teilweise entlang des Bachbettes, teilweise am Uferbereich. Vor dem letzten Wasserfall müssen wir dann schwimmen, da gibt es sonst kein Hinkommen.
Und die kids genießen das Wasser in vollen Zügen, plantschen und springen und sind nur schwer zur Rückkehr zu bewegen.




















Nach 4 Stunden sind wir wieder zurück beim Auto und machen uns nach einer kurzen Essensrast auf den Heimweg.
Ein toller anstrengender Tag. Jeder Wasserfall schöner als der vorige, sehr beeindruckend und meine Füße sind durchgeweicht bis auf die Knochen und blitzen nur so von Sauberkeit.


Ja und wie üblich wenn ihr auf die Bilder klickt könnt ihr sie in GROSS ansehen.
Und wo ich gerade bin wie immer auf shiptrak.org und bei callsign kc2unj eingeben




Donnerstag, 30. März 2017

Pohnpei

MICRONESIEN - POHNPEI

Ich werfe den Anker im großen Becken von Kolonia, der Hauptstadt von Pohnpei, einer der 4 Staaten von Micronesien. Auf Kanal 16 ist außer Statik und viel Rauschen nichts zu hören und ich mache mir erst mal ein Frühstück. Doch kaum steht der Wasserkessel auf dem Herd schon kommt der Hafenkapitän und beordert mich an die Mauer mit diesen großen schwarzen Gummiwalzen die so hässlichen Abrieb auf dem Schiff hinterlassen. Schnell ist die Prozedur mit den Behörden vorbei und ich fahre vorsichtig in den hintersten Teil der Bucht, dort wo auch die anderen Segler super geschützt liegen.

Schon nach dem ersten Rundblick weiß ich dass es eine gute Insel ist. Sehr grün, Berge zum Wandern, viel Wasser und kaum Touristen. Direkt am Ufer ist das Mangrove Bay Hotel mit einer winzig Marina Anlage und dem Pohnpei Surfclub. Hier auf Pohnpei gibt es einige der besten Wellen im Pazifischen Raum und täglich fahren mehrere Boote mit den Surfern raus zum Riff um dort diese Wahnsinns Wellen zu reiten. Hier beim Hotel kann man für 10,- US$ die Woche sein Dingi gut geschützt lassen, kann die Brausen benutzen, den Wäscheservice in Anspruch nehmen und hat gratis Internet.

Gleich am nächsten Morgen mache ich mich auf zu einer Wanderung auf den Sokeh. Nach den langen Tagen der Segelei tut es sehr gut wenn die alten Knochen wieder mal ein wenig betätigt werden. Was mich immer wieder zur Raserei bringt sind diese verdammten Hunde, die kaum dass man an ihrem Grundstück vorbei geht wild kläffend und Zähne fletschend auf einen zu schießen. Schnell gebückt und einen Stein in die Hand genommen, das reicht in den meisten Fällen um die Viecher sofort zu stoppen. Sicherheitshalber wird dann ein kräftiger Stock mein ständiger Begleiter und ich habe weitgehend meine Ruhe. Die Hunde wissen genau dass so ein Holzprügel verdammt weh tut.

Es wird heiß und ich schwitze ganz ordentlich. Zum Glück sind immer wieder schattige Abschnitte die mein Leben erleichtern. Entlang des Weges sind einige Schautafeln aufgestellt da dieser Sokeh im 2. Weltkrieg ein zwischen Amerikanern und Japanern wild umkämpfter Berg war. Die Japaner hatten auf dem Berg eine Luftabwehr Station errichtet und noch überall liegen die Reste menschlichen Irrsinns verstreut und rosten langsam ihrem Ende entgegen. Am Gipfel steht heute statt der Abwehr Kanonen eine Sendeanlage für die Kommunikation, also TV und Internet. Sehr praktisch zum rauf klettern um einen noch grandioseren Rundumblick zu bekommen.












Zurück am Wasser drehe ich mal eine Runde mit dem Dingi um mir die zahlreichen Wracks anzusehen. Mindestens 20 von den Schiffen warten hier bis das Meer sie aufgefressen hat.