Mittwoch, 9. April 2014

Tasmanien

Es wird vielleicht doch den einen oder anderen Nachahmungstäter geben unter euch, der auch einen Trip in den wilden Süden südlich von Australien plant.
Ein paar Tipps mit Sachen die ihr auch anschauen solltet, vor allem aber viele Bilder.

Das Moma in Hobart: Ein privates Museum allererster Güte. Der Besitzer ist/war ein Spieler der ein paar Millionen gemacht hat und auf einem traumhaften Grundstück das Beste Museum gebaut hat das ich je gesehen habe. Man kann es kaum beschreiben, selber ansehen!







Den Botanischen Garten in Hobart: Sehr gut gestaltet, im Frühling eine einzige Pracht.







Den Mount Wellington der über Hobart thront und die höchste Erhebung Tasmaniens ist.





Bruni Island:





Für den Postzusteller geben sich die Hausbesitzer ganz besondere Mühe.
 














Da ja auf der vergleichsweise riesigen Fläche Tasmaniens (etwa so groß wie Bayern) nur etwa 500 000 Menschen leben, ist das Leben noch ein wenig ursprünglicher, nicht so arg Konsum orientiert, ländlicher. Fast alles wird wieder verwertet und wenn man es selber nicht brauchen kann, natürlich weiter verkauft.


Tasmanien, wunderschön und ich würde es jederzeit wieder machen, auch wenn es manchmal ein wenig anstrengend war.


Donnerstag, 20. März 2014

Cyclone 02

Cyclone Lusi ist durchgezogen und es war schon sehr interessant zu sehen, hören und zu fühlen was da so los ist. Die Bucht von Opua ist zum Glück außerordentlich gut geschützt und so erreichte der Sturm hier 'nur' knapp 50 Knoten (~100 km/h). Das ist auch schon eine ganze Menge Wind, probiert mal beim Autofahren bei 100 km/h den Kopf aus dem Fenster zu stecken (oder macht die Windschutzscheibe weg). 
Viel schlimmer war es in Pahia, nur 3 Meilen entfernt. Dort wurden Spitzen von 80 Knoten und konstanter Wind über längere Zeit von über 60 Knoten gemessen. Ein altes verankertes Holzboot hat sich dort los gerissen und ist auf den Felsen zerbrochen. Wie meistens war der Hauptsturm mitten in der Nacht so dass ich leider keine Bilder habe. Ich bin auf der Innenseite des Breakwatersteges der Marina gelegen und war vom Wind gut geschützt. Nur die Salzladung die über den Schwimmsteg gekommen ist war schon ordentlich. Einmal habe ich beim rausgehen die Türe nicht gut verriegelt als ich vom Nachbarboot um Hilfe gerufen wurde, weil deren Dingi durch das überkommende Wasser abzusaufen drohte, und schon hatte ich eine ordentlich Menge an Salzspray im Boot.
Also alles gut gegangen, nix ist passiert, hoffentlich war das der Letzte für diese Saison.

Donnerstag, 13. März 2014

Eastcoast Tasmania



Wieder sind wir unterwegs, diesmal an Tasmaniens Ostküste.

 


Viele der Campingplätze haben Grillbereiche die man kostenlos nutzen kann. Eine Edelstahlplatte, ein Elektrodraht darunter und ein Knopf den man drücken muss, man kann also nicht viel falsch machen, und falls Vandalen unterwegs sind, können die auch kaum was beschädigen. Der Grund dafür liegt sicher in den Sommermonaten (Dezember bis April) in der permanenten Feuergefahr. So macht sich niemand die Mühe ein Feuerchen zu machen oder selber seinen Grill anzuwerfen. Sind doch auch gleich Tische und Sitzbänke vorhanden. Wir laden uns noch ein App herunter das uns alle Campingplätze mit Beschreibungen und Lage liefert, und so erfahren wir auch dass es eine ganze Menge davon gibt die man kostenlos benutzen kann, mit Brause, WC, Grill und allem Drum und Dran. 

 
Und gleich an der ersten Station machen wir eine fantastische Entdeckung. In einem großen Teich können wir eine Platypus (Schnabeltier – Ornithorhynchus anatinus) erspähen. 



Normalerweise sind diese Tiere sehr scheu und verstecken sich im Schilf oder in ihren knapp über der Wasserfläche liegenden, bestens verborgenen Höhlen. Wenn sie auch nur das kleinste unbekannte Geräusch hören oder gar Menschen sehen sind sie verschwunden.

Danach geht’s in den Osten, in die Bay of Fire. 
 













Ein Wahnsinn die Strände und die Natur dort. Als wir am Abend das Wetter checken sehen wir mit Schrecken dass für den nächsten Tag heftiger Wind und schwerer Regen vorausgesagt sind. Mit dem kleinen Zelt nicht so ideal und Joy erinnert sich an einen Platz von dem sie oft gehört hatte, an dem sie aber selbst noch nie war Picanini Point.



Und diese Anlage des geborenen Holländers Klaas übertrifft bei weitem meine Erwartungen. Neben dem Haupthaus hat er während der Jahre für seine Kinder (Gypsy, Free,... allein an den Namen der kids erkennt man schon dass er ein echter Hippie war) Hütten gebaut die sie dann mit ihren Freundinnen und Familien bewohnten. Wir zogen in Lilly's cottage, das einstmals das Haupthaus des Vorbesitzers war. Er lebte dort mit Frau und 7 Kindern in dem kleinen Häuschen. Ich fühle mich auf Anhieb wohl. Das ist kein Haus zum Wohnen, das ist ein Haus zum Leben. Es erinnert mich an zu Hause an die Almhütten in Österreich bevor der große Tourismuswirbel losbrach. Man kommt zur Tür rein und fühlt sich sofort sauwohl. Wasser für den Abwasch ist nur außer Haus. 
 Eine Badewanne steht praktischer Weise mitten im Garten (zum Glück ist jetzt Hochsommer) und später hat Klaas noch irgendwann ein kleines A-Haus zum Schlafen für die Gäste dazu gebaut.

Wir bleiben 3 Tage, es ist einfach zu schön hier. Man muss sich selbst versorgen, Gemüse oder was man so braucht holt man aus dem riesigen Garten (fast schon eine Gärtnerei), oder Eier direkt unterm Hintern des Huhnes. Zum endlos langen Traumstrand sind es auch nur 200 Meter. 

 


Für einen Spaziergang von einem Ende bis zum Anderen benötigen wir 2 Stunden. Dafür haben wir auch nicht ein einziges Stück Plastik gefunden, kein Müll, kein einziger Mensch, nur 2 tote Pinguine und 1 toter Vogel, und unsere Fußspuren im Sand.

 













Die Wineglas Bay gehört wohl zu den Schönsten im ganzen Pazifik. Da gibt es viele sogenannte Topdestinationen die bei weitem nicht so einen schönen Strand haben. Einziger Wermutstropfen, die Wassertemperatur. 


 
Auf der Plus Seite dafür lustige kleine Kängurus. Die kommen sogar heran lassen sich streicheln und der Nachwuchs schaut dabei auch noch frech aus seinem Beutel. Als wir uns zum Jausnen hinsetzen kommt so ein Känguru, setzt sich zu uns als ob es zur Familie gehört. Ein Japanischer Tourist kann sich gar nicht mehr ein kriegen vor lauter Begeisterung und als ich ihm erkläre dass das unser Hund ist der sich heute nur verkleidet hat stapft er doch etwas ratlos und verwirrt weiter.










Mittwoch, 12. März 2014

Cyclone?

So seit 2 Tagen bin ich wieder zurück in Opua, Neu Seeland.
Das Erste am Morgen nach einem ausgiebigen und sehr deftigen Frühstück ist natürlich der Wetterbericht. Und siehe da – bad news. Ein Cyclone braut sich da im Norden zusammen und wird am Freitag mit etwa 60 Knoten hier aufschlagen. Da gibt es nicht viel zu überlegen. Ab ins Dingi, rüber zur Marina ins Büro und einen Platz reservieren. Während meiner Zeit in Tasmanien ist einmal ein Ausläufer vorbeigezogen und es standen etwa 40 Knoten Wind in der Bucht. Bis zu dieser Windstärke habe ich absolutes Vertrauen in die Haltekraft meines Ankers. Wenn's aber mal gegen 60 geht, das muss ich mir nicht antun und vor allem weiss man nie was auch mit den anderen Booten passiert. Wenn sich einer losreisst, eine Mooringleine bricht,.... und der rutscht dann auf mich und mein Anker muss auch noch dessen Last (Gewicht und Windangriffsfläche) halten,....
Heute morgen habe ich mich also in die Opua Marina verlegt, alles ist gut verzurrt bzw. abgebaut und jetzt warte und schaue ich mal.

Ich lass euch wissen was passiert ist.
Und von Tasmanien gibt’s auch noch was zu lesen und zu sehen.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Gordon River



Der Gordon River führt durch den Tasmanischen Urwald, unberührt nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Regierung/Holzfällerlager/Stromindustrie und der Bevölkerung, wird er in den 80ern unter Naturschutz gestellt. Was ihn so besonders macht sind neben seiner Schönheit unter anderem die Bäume die nur mehr hier in diesem Teil der Welt wachsen – Huon Pine (Lagarostrobos franklinii), ein ganz besonderes Gewächs.
Als die ersten Siedler bemerkten wie widerstandsfähig und praktisch unverrottbar dieser Baum ist, wurde er natürlich sofort in riesigen Mengen geschlägert und vor allem für den Schiffsbau verwendet. Der kleine feine Unterschied zu anderen Bäumen, Huon Pine wächst extrem langsam, nur 1mm Zunahme des Durchmesser pro Jahr, sprich ein Baum mit einem halben Meter Durchmesser ist bereits 500 Jahre alt. Es wurden Bäume aus dem Fluss gezogen mit 2 Meter, also einem Alter von 2000 Jahren, und obwohl sie mehrere 100 Jahre im Wasser gelegen sind, ist der Stamm noch voll erhalten und das Holz in exzellenter Verfassung. Das Geheimnis liegt am Öl (Methyl Eugenol) das im Holz enthalten ist und den Baum so hervorragend konserviert und ihm auch einen sehr angenehmen Duft verleiht.



Der Gordon River schlängelt sich durch die Wildnis und an windstillen Tagen kann man wunderschöne Spiegelungen der Landschaft im Gewässer sehen.

Am Eingang der Marquarie Bay zum Fluss liegt Sarah Island. Einer der Schandflecken Tasmanischer Geschichte. 


Nicht weil es dort so dreckig ist, sondern weil die Insel als Gefangenenlager diente. Praktisch gab es keine Fluchtmöglichkeit für die Gefangenen und die mussten dort wie Sklaven schwerste Arbeit verrichten. Unter unmenschlichen Bedingungen wurde Huon Pine aus dem Wald geholt, auf der Insel direkt für den Schiffsbau vorbereitet oder gleich an Ort und Stelle zu Schiffen gewandelt. Nur wenige der Gefangenen überlebten den meistens kurzen Aufenthalt auf der Insel. 



 
 








Die Führung über die Insel ist ein echtes highlight. Nicht wegen der schrecklichen Vorfälle, sondern wegen unserem Führer. In unvergleichlicher Manier schildert er, und involviert dabei die Zuhörer (uns), die Ereignisse als ob er selber dabei gewesen wäre. Da könnten sich viele Fremdenführer (Tourismusverbände) ein Beispiel nehmen wie interessant man einen trockenen Inhalt verkaufen kann, wie man sein Publikum mitreißt, anstelle eines sehr oft leider nur auswendig gelernten und herunter geleierten Textes.

Am Rückweg fahren wir noch an der Lachs Zuchtstation vorbei, wo derzeit ca. 4500 Tonnen Lachs im Jahr gezogen werden. Diese Menge soll in den nächsten 3 Jahren auf 20.000 Tonnen erhöht werden. Wie das die Umwelt, die anderen Lebewesen im Wasser, verträgt,....?? Hauptsache die Kohle stimmt.



Normalerweise führt die Tour dann noch bis zum Hells Gate, dem Eingangstor vom Indischen Ozean in die Marquarie Bay. Unser Kapitän ist aber wegen dem exzellenten Wetter gut drauf, und so fahren wir noch ein Stück raus in den Indik.

 Wie er mir sagt hat er seit 2007, seit diese Touren gemacht werden und seit er diesen Job auf dem großen Katamaran hat, den Indic Ocean noch nie so ruhig gesehen. So kann auch er die wunderbare Fahrt ausgiebig genießen. 
 
Er verlängert halt einfach die Tour ein wenig, vor allem weil er und wir dadurch in den Genuss eines wunderbaren Sonnenunterganges bei der Heimfahrt kommen.