Samstag, 22. Dezember 2012



Zurück nach Hause (CHI), mitte Oktober 2012

Ich bin wieder unterwegs, vorerst aber nicht mit dem Schiff. Aufstehen Samstag um 03:45 und ein Letztes gemütliches Frühstück. Soweit bei angenehmen 11 Grad Raumtemperatur (ich habe in der Nacht vergessen das Fenster zu schließen) Gemütlichkeit aufkommen kann.

 Dann ab mit meinem zerwuzelten und verbeulten Blauen Flitzer den mir Andreas während des Sommers überlassen hat. Es geht nach München als erstes das Auto retournieren und schon stellt sich das erste kleine Problemchen ein. München ist halt doch kein Dorf denn schon beim Autobahnende erwische ich die falsche Abzweigung und eine Stunde sinn- und orientierungslos im Kreis fahren beginnt. Dann rufe ich doch besser bei Andreas an und frage ihn nach dem Weg. Überraschenderweise bin ich gar nicht so weit weg von ihm. Er bringt mich dann zum Flughafen und kurz darauf bin ich in London, wo ich 3 herrliche, angenehme Tage verbringe. Auch die schönste Zeit ist mal zu Ende und der große Blechvogel soll mich Richtung Südsee bringen. Beim Einchecken hapert es aber dann auch schon wieder. Mein Flug sollte via London – Hongkong - Auckland nach Papeete (Tahiti) gehen, doch die nette Dame am Schalter erklärt mir dass mein Ticket über Los Angeles führt. Für den Normalbürger kein wirkliches Problem, für mich schon. Die Amis sind ja meine Lieblingsfeinde und lassen mich nicht mehr in ihr Land, Transit gibt es keinen, also kann ich auch nicht über Los Angeles fliegen. Also ab zum Ticket Schalter und mit charmantem Lächeln und Sprüchen versuchen die Umbuchung so billig wie möglich zu bekommen. Ganz umsonst war es dann doch nicht, 50 Pfund wechseln den Besitzer und ich darf dann doch über Hongkong und Auckland nach Tahiti fliegen.


Nach vielen, vielen Stunden in Abfertigungshallen, Warteschlangen und natürlich eingezwängt in engen Sitzen im Flieger komme ich dann doch in Tahiti an. Lästig vor allem die ewigen Kontrollen, Kontrollen, Kontrollen.....insgesamt musste ich meinen Rucksack 11mal ausräumen. Gut der Inhalt war natürlich Terror verdächtig. 2 Laptops, 3 e-book reader, 3 externe Festplatten, ein paar Kleinigkeiten und das höchst suspekte Ding war mein Ruderlagengeber. Ein etwa 30cm langes Metallstangerl mit einem Kabel am Ende, dazu gepackt in einer Luftpolsterfolie habe ich dann auch noch eine WLAN Antenne mit Verstärker. Für den jeweiligen Kontrolleur sah das sicher aus wie eine Rohrbombe und die Antenne, Kabel, Verstärker das war bestimmt für die Fernzündung......

 



Mittwoch in der Nacht komme ich also in Papeete an und bleibe 3 Tage bei meinen österreichischen Freunden Hannes und Christine auf deren Schiff Optimist, einem 15 Meter Katamaran. Sie haben das Boot erst vor nicht allzu langer Zeit erworben und sind noch immer beim optimieren der Ausstattung. So hat das Boot einen riesigen drehbaren Mast, dessen Verstagung etwas kompliziert zu handhaben ist. Hannes vereinfacht das System nun mit Dyneema Leinen. Für die beiden sind übrigens auch 2 der 3 e-book reader und die WLAN Antenne. Nicht alles was man so mitschleppt wenn man von Österreich wieder zum Boot fliegt ist für den Eigenbedarf. Es gibt immer andere Segler die dringend etwas brauchen und es ist selbstverständlich dass man das, wenn irgend möglich, mitbringt.

Am Sonntag in der Früh geht’s dann endlich nach Apataki zu meinem Boot.
CHI steht noch da wie ich ihn verlassen habe, die Tür ist natuerlich nicht verschlossen, der Geruch der mir entgegen kommt ist nicht gerade Frischluft, aber auch nicht der Gestank abgestandener, fauliger Luft wie meistens nach monatelanger Abwesenheit. Kaum Schimmel im Inneren, nirgends sind Wasserlachen zu sehen – ich bin begeistert.

Kommentare:

  1. Na endlich, Herbert! Na , dann kanns ja wieder losgehen. Freu mich schon wieder auf Deine Berichte!
    Urban

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  2. na da gibt uns jemand scheibchenweise Kostbarkeiten seiner Vergangenheit preis. Trotzdem Dank. Hoffe du hast den Cyclon gut überstanden und auch wieder alles was man so an Technik an Bord braucht.
    Geruhsames Fest

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  3. Hallo Chico,
    schön, wieder einmal einen Bericht von dir zu lesen!

    Nachdem es heute im Pongau regnet, lese ich mich ein wenig in die Amateurfunkausbildung ein... Eine umfangreiche Lektüre ;-)

    Wünsche dir ein gesundes und abenteuerreiches neues Jahr,
    lg aus st. Johann,
    Markus

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